Zwanzigfünfzehn

23 Dez 2015 / By  / IN Allgemein / gallery

Ohje. Eigentlich ist es dieses Jahr einfach. Alles aufzählen und schon ist der obligatorische Jahresrückblick fertig. Allein schon die Orte, welche bereist worden sind. Österreich. Thailand. Abu Dhabi. England. Frankreich. NRW ;). Niederlande. Italien. Schweden. Dänemark. USA. Einiges davon sogar zweimal. Diese Reiserei hat wirklich süchtig gemacht in den letzten Jahren. Ich könnte jetzt die ganzen Geschichten auspacken. Ich könnte aber auch über unseren wunderbaren Laden sprechen. Über die Alex. Ich könnte auch abendfüllend über die Reisen mit meiner Sarah erzählen. Oder über Kritik. Anerkennung. Veröffentlichungen. Ideen. Projekte. Ja allein schon die 371 Mimi-Geschichten sind erzählenswert. Über die Liebe zur Fotografie. Über meine Gedanken. Über Pläne und über all das, was mir in diesem Jahr noch so passiert ist. Und es ist mal wieder gefühlt Alles passiert.

Aber irgendwie hat dieses Jahr einen Beigeschmack. Einen, den man einfach nicht mehr ignorieren kann. Nie war ein Jahr auch so politisch nah bei mir. Ich kann mich kaum an Zeiten erinnern, in denen wir so oft und intensiv über das Geschehene gesprochen, gestritten und diskutiert haben. Als im Frühjar diese Typen in die Charlie Hebdo Redaktion gestürmt sind, hat für mich unbewusst eine neue Zeit begonnen. Oft habe ich darüber nachgedacht, was unsere Gesellschaft so alles auskotzen kann. Gibt es da Grenzen? Oder wird es schlimmer? Noch schlimmer?  Es reicht ja nicht, dass alle Furz-Minuten Menschen durch Terror sterben müssen. Überall auf der Welt. Nein, wir müssen auch noch die Leute, die davor Angst haben und abhauen, behandeln wie den letzten Dreck. Und wenn das Alles nicht reicht, dann schlagen wir uns eben auch noch selbst die Schädel ein und werfen mit Pflastersteinen auf Alles was sich bewegt. Achja aber zwischendurch sind wir uns alle einig, dass die letzten Anschläge in Paris grauenhaft waren. Sind. Macht nichts. Drei Wochen später brennen trotzdem Mülltonnen auf der Karli und es liegen verletzte und blutende Menschen an Orten, an denen ich tagsüber normalerweise eine Currywurst esse oder im Freisitz ein Guinness trinke. Denn wenn uns schon keiner angreift, dann sorgen wir für die Action eben selbst. So wird das nämlich gemacht.

Liebe Gesellschaft. Da ich ja auch ein Teil von dir bin, werde ich nächstes Jahr versuchen, aktiv deine dunkle Seite offen zu legen und meinen Teil dazu beitragen, dass wir eigentlich gute Leute sind. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass du uns in den kommenden Monaten vor noch größere Bewährungsproben stellen wirst. Vielleicht bekommen wir so die Chance, ein paar Fehltritte wieder gut zu machen. Sind ja schließlich nicht Alle rechte oder linke Schläger oder flüchtende Vergewaltiger.

Aber ich werde auch versuchen, all die guten und netten Sachen, die wir so alltäglich produzieren, zu zeigen. Soll ja nicht ganz so düster werden nächstes Jahr oder? Deswegen zeige ich ein paar meiner Lieblingsbilder aus 2015.

Aber einen Ausblick für 2016 muss es ja dennoch geben. Beginnen werde ich mit einer Reportage aus Kenia. Kanada steht auf dem Plan. Die Faröer Inseln. Im Herbst geht es nach Vietnam. Im Sommer fahren wir wieder Rad. Wohin ist noch nicht ganz klar. Der Reisefahrplan ist also grob gesteckt. Den Rest bekomme ich auch noch irgendwie gefüllt. In diesem Sinne: „Habt eine schöne Zeit!“

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