Weil wir einfach geil sind

13 Aug 2015 / By  / IN Allgemein, Menschen, Schwarz und Weiß / gallery

Mimi. Was hast du nur die letzten Wochen angerichtet. Mimi hier, Mimi da. Jeder wollte was mit Mimi. Schlange standen Sie. In Gruppen haben Sie gewartet. “Seid ihr das mit der Mimiaktion?” Tach. Auf den Stuhl. Klick. 23.8. Danke. Ich hatte für die ganzen Menschen kaum Zeit. Und es waren so sehr viele. Dabei wollte ich doch nur ein paar Portraits machen und ein bisschen Geld für dich einsammeln. Das lief am Anfang ganz entspannt ab. Vereinzelt kamen Sie vorbei. Ein paar Freunde. Ein paar Facebook-Leser. Dann sprang der Funke über. Mails, SMS, Anrufe und Spontanbesuche. Ich kam gar nicht so richtig hinterher. Verlängerung von 3 auf 5 Wochentage. Mit Anfrage auch am Wochenende. Wahnsinn. Dann kam der Tag als die liebe Mimi auf unserer Couch im Laden gesessen hat. Ich kann noch nicht richtig beurteilen, ob du traurig, verängstigt oder einfach nur baff warst. Ich glaube du warst irgendwie auch glücklich. Aber die Mütze und der Mundschutz ließen nicht viel erahnen. Ich hatte so eine Gänsehaut, dass ich dich am liebsten einfach mal kurz in den Arm genommen hätte und gesagt: „Meine Kleene, du bist nicht allein. Wir kämpfen für dich mit!“

Naja und dann wollte ich noch diese kleine Ausstellung machen. Meine 20 Portraits. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen und frage mich, wie lang hätte ich das noch weiter machen können. Aber weil Leipzig eben auch geil ist, würden die Leute auch noch zu dir nach Algerien kommen und dir helfen. Mit Einwegkameras. Eigenem Stuhl und Gastgeschenk für deine Familie.

Aber ein ernstes Wörtchen muss ich dennoch los werden. Es waren auch Leute da, denen es selber so dreckig geht. Die Leukämie, Knochenkrebs oder sonst irgendwelchen sinnlosen Krebs mit sich rumschleppen. Da waren ein paar Momente dabei, wo ich schlucken musst und zugleich erstaunt war, welche Lebensfreude ausgestrahlt wird. Ich habe gefragt: „Sag mal, wie ist das Glas für dich? Halbleer oder halbvoll?“ Antwort: „Voll.“ Sie lacht dabei. Ist eigentlich todkrank und keiner weiß so richtig wie lang Sie noch jeden Tag so umwerfend sein kann. „Wenn du so einen Lebensmut ausstrahlst, was soll dir bitte noch passieren?“ Sie antwortet nicht. Ein Lachen und eine Umarmung. Gänsehaut. Träne im Knopfloch. Aber keine Zeit für Sentimentalitäten. Vor der Tür steht Leipzig und will helfen.

Also liebe Mimi. Ich könnte dir 271 Geschichten erzählen. Aber ich finde wir sollte es wagen und uns alle in einen Raum stellen. Ich stell es mir gut vor. Am 23.8. ab 13.30 Uhr in der B2 Galerie / Spinnerei im Leipziger Westen. Alle Portraits werden produziert und hoffentlich an dem Sonntag verkauft. Die Erlöse gehen natürlich wieder…Ach was erzähl ich! Wir sehen uns dort!

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