Wegen der Liebe

04 Dez 2015 / By  / IN Allgemein, Orte, Schwarz und Weiß, Über mich / gallery

Für einen Jahresrückblick ist es noch zu früh. Dennoch waren die letzten 4 Wochen ziemlich bewegend. New York. Göteborg. Leipzig. Fußball in Holland. Paris. Für New York wird es ja nun tatsächlich meinen ersten kleinen Fotovortrag geben. Denn ich muss da wieder an meine liebe Freundin Jule denken. Die mir tadelnder Weise und völlig zurecht vor 2 Jahren gesagt hat: „Zeig deine Bilder! Online, gedruckt oder in welcher Form auch immer.“ Hinterher bist du dann immer schlauer. Bin ich auch ein bisschen. Aber irgendwie macht mich dieser ganze Digitalwahnsinn fertig. Da denkst: „Wow, das Ding geht jetzt durch die Decke!“ Hochgeladen bei Instagram. Ausreichend gehashtagt. Auch wenn ich mich davor scheue, in meinen Augen sinnfreie Tags zu verwenden, nur um Likes zu bekommen. Manchmal erwische ich mich auch dabei. Mein armes Foto. Du bist nur leider dann gut, wenn an dir 40 Tags hängen. Das tu ich dir aber nicht an. Du weißt schon was das heißt oder? Ein bisschen muss man dich kennzeichnen, damit man dich im Bilderdschungel zwischen Katzen und Essen findet. Macht mir aber auch nichts. Denn ich finde dich gut. Ich weiß, wie du entstanden bist. Was ich für dich getan habe. Verrenkungen. Zeit. Geduld. Wartende Menschen. „Wenn ich es aus dieser Perspektive versuche? Nein, ich muss doch nochmal zurück, dahinten wirkte das irgendwie anders.“ Manchmal verstehe ich es selbst nicht. Naja aber du, liebes Bild, weißt es. Obwohl ich manchmal dein blödes Grinsen nicht ab kann, so als ob dir mir sagen willst: „Junge, das hast du schon ganz gut gemacht. Aber schau mich an, da geht noch mehr. Suche weiter danach.“ Und mit dem Schulterklopfen lässt du mich dann allein.

Ich verspreche dir liebes Bild, dass ich nächstes Jahr noch sensibler mit dir umgehen werde. Du bekommst jedesmal die Aufmerksamkeit, die du verdienst. Ich mag es diesen Weg mit dir zu gehen. Auch die tausend Arschtritte, die ich von dir bekomme. Das heißt aber auch, dass wir im nächsten Jahr noch mehr Gas geben müssen. Jedesmal bevor du entstehst. Dann lassen wir mal spaßeshalber ein paar Hashtags weg.

Eine Sache muss ich aber noch zu Paris loswerden.

Liebes Paris, ich wünsche dir, dass sich deine Straßen wieder füllen und das Leben wieder zurückkehrt. So schwer dieser Schock auch ist und man merkt deutlich wie du schwankst und zweifelst. Verzweifeln darfst du nicht. Denn jeder, der dich wirklich kennt, weiß dass du niemals fallen oder aufgeben wirst. Das steckt an jeder Ecke in dir. Lass dir das nicht nehmen. Ich war ganz traurig, als ich letzte Woche diese ganze Symbolik und Trauer spüren konnte. Aber ich war trotzdem da und habe versucht normal mit dir umzugehen. Ich denke, dass ist auch das, was du dir ganz schnell zurückholen solltest. Deine Lässigkeit und deine unglaublich schöne Normalität. Denk dran, du bist die Stadt der Liebe. Der Romantik. Der Symbolik. Ich rege mich sonst immer brutal über deine Autofahrer auf. Die fahren wie die Wahnsinnigen. Haben Sie diesmal auch gemacht. Aufgeregt habe ich mich allerdings diesmal nicht. Es war nämlich völlig normal!

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