WE RIDE 2018

28 Dez 2018 / By  / IN Allgemein / gallery

Oder anders gesagt: Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht? Nichts hat mich dieses Jahr so krass beeinflusst, wie dieses verdammte Fahrrad. „Hey Robert, misch doch ein bisschen bei uns mit. Du wärst gut geeignet, um dem Verein ein bisschen neuen Schwung zu geben.“ Schau ich mir mal an. Knapp ein Jahr später bin ich Vorstandsvorsitzender. Nebenbei gebe ich ein Magazin heraus. Habe Leute um mich herum, die für diese, meine Sache, Gas geben. Darin aufgehen. Das macht mich sehr stolz und auch wieder sehr demütig. Hätte ich ein paar Sachen vor ein paar Jahren schon gewusst… Nützt ja nichts. Ich werde relativ häufig gefragt, warum ich das eigentlich mache. Nun ja…die Frage beantwortet sich gar nicht so leicht.

Als ich den ersten Menschen für WE RIDE LEIPZIG fotografiert habe, wusste ich eigentlich noch nicht so richtig, was das soll. Gegen Fahrraddiebstahl etwas unternehmen, ok. Das hat die ersten 40 Leute motiviert mich zu treffen. Mit der Zeit habe ich aber feststellen müssen, dass die Nummer eine andere werden könnte. Für mich und für die Leute, die damit zu tun haben. Nicht nur positiv. Wenn man etwas mit und in der Öffentlichkeit macht, dann ist das natürlich auch streitbar. Darum solls jetzt aber nicht gehen. Ein Wegbegleiter sagte zu mir: „Robert, weißt du eigentlich, was du da machst?“ Ein Fragezeichen erscheint über meinem Kopf. „Nein! Nicht so wirklich…“, ist meine doch etwas spärliche Antwort. Das Fahrrad ist nur der Klebstoff. Der gemeinsame Nenner. Nicht einfach nur der “Kampf gegen Diebstahl”. Die Menschen wollen heutzutage gesehen, wertgeschätzt und ernst genommen werden. Nach Möglichkeit alles auf einmal. „Ihr seid der Kummerkasten und die Bühne zugleich.” Wir geben den Leuten eine Bühne, um zu zeigen wer Sie sind? Ich? Der Fotomann aus der Südvorstadt. Der, der leidenschaftlich gern Roller fährt und Flausen im Kopf hat? Wobei das so nicht ganz stimmt. Wir sind mittlerweile fünf Menschen, die an dieser Vision arbeiten. Wir sind ein Team. Eine kleine Bewegung. Die, die Menschen zusammenbringen. Egal, welcher Herkunft. Egal, aus welcher Motivation heraus. Egal, aus welchem finanziellen Hintergrund oder wie hip oder nicht hip jemand ist. Das Ganze verpacken wir dann in den würdigen Rahmen. „Das ist Wahnsinn! Da müsst ihr dranbleiben, das ist eure Botschaft!“ Nach knapp 1 ¾ Jahren WE RIDE LEIPZIG habe ich das verstanden. Plötzlich denkst du über eine Sache ganz anders und weißt, dass es eine Bedeutung hat. Nicht nur für mich, sondern für die Leute, die mit uns diesen Weg gehen. „Du könntest das auch mit Autos oder Flugzeugen machen! Aber mit dem Fahrrad kann man die Probleme unserer Gesellschaft lösen.“ Was ich zunächst als albern empfunden habe, geht immer mehr in meinen Sprachgebrauch über. Wenn ich so richtig darüber nachdenke, ist da auch einfach etwas dran. Diese simple Fortbewegung zeigt uns wie es gehen kann. Entschleunigt. Bewusst. Individuell und nebenbei gesagt auch umweltfreundlich. Deswegen geht meine Reise in diesem Bereich auch weiter. Das ist meine Überzeugung. Aus ursprünglich einem Heft sind vier Magazine geworden. Aus zehn Follower insgesamt knapp 6000 auf allen Kanälen. Aus einem „Schau-mal-vorbei“ ist ein Amt in einem großen Leipziger Verein geworden. Das ist dann tatsächlich Wahnsinn und der Weg endet nicht mit dem Kalenderjahr 2018. Nein, ich denke, wir werden nächstes Jahr die nächsten Stufen erklimmen. Ich danke dir WE RIDE LEIPZIG für dieses unfassbare Jahr. Du hast mich viel Zeit gekostet. Meinem Umfeld verlangst du viel ab. Wir werden dich weiterwachsen lassen. Denn du kannst größer sein als wir uns das vielleicht vorstellen können. An dieser Stelle sagt ein Chef auch mal Danke. Das ist gerade unsere kleine nachträgliche Weihnachtsfeier. Also stellt euch die Bühne vor auf die ich euch jetzt stelle. Ihr steht da oben und bekommt diesmal den Applaus von mir.

Danke an Anne (Geduld mit mir + dein geschriebenes Wort). Danke an Max (Geduld mit mir + deinen Fleiß). Danke an Mitchi (Geduld mit mir + dein Durchhaltevermögen). Danke an den anderen Mitchi (die Ordnung meiner Gedanken). Danke an Muldi (Disco kann alles). Danke an die Skepsis aus meinem Umfeld und das ihr immer wieder an mir festhaltet. Auch, wenn ich manchmal weg bin. Bin ich doch irgendwie immer da. Für jeden. Danke an alle, die uns cool finden. Danke an alle, die uns scheiße finden. Ihr habt wenigstens eine Meinung. Danke an den Jahrhundertsommer. Danke grauer Herbst und ich hoffe es gab schöne Weihnachten für Alle.

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