This is Africa

08 Jan 2016 / By  / IN Orte / gallery

Nachdem mich nun Jeder in der Klinik kennt und gefühlt auch Alle damit zu tun hatten, wagen wir einen kleinen Ausflug in das andere Gebäude. Man fühlt sich sicherer, wenn man von Jedem begrüßt wird. Und nebenbei gesagt ist das Kenyatta National Hospital das größte Krankenhaus in Ostafrika und da wollen wir mal schauen, was es hier noch so gibt.
Im Hauptgebäude angekommen, sind wir gleich sehr beeindruckt. Es sieht eher aus wie ein Gefängnis aus irgendeinem amerikanischem Film. Nach dem ersten Bild kommt gleich ein netter Mann in einem mal wieder viel zu großen Anzug aus den 90ern und einer zu kurzen Krawatte auf uns zu: „Haben Sie eine Erlaubnis zum Fotografieren?“ Natürlich haben wir diese Erlaubnis nicht. Nach einer kleinen Wegbeschreibung und Nachfrage bei der nächsten Security Station gehen wir Richtung „Administration Building“. Hier stellt man uns eine Erlaubnis aus. Wir werden höflich in das dafür zuständige Büro gebeten. Sehr bürokratisch. Scheint wohl eine große Nummer zu sein, so eine Permission of Photography. Die Dame mit der Riesenzahnlücke fragt mich, ob ich schon eine offizielle Anfrage gestellt habe. „Nein, habe ich nicht. Wie macht man das?“ antworte ich. „Wir benötigen diese offizielle Anfrage um den Antrag zu gewähren!“ Na dann machen wir das doch gleich hier. Gesagt getan. Sie reicht mir ein offizielles leeres Blatt Papier. Schreibt auf einen weiteren Zettel, was ich aufschreiben soll. Ich muss aufpassen, dass ich mich vor lachen nicht verschreibe. Dazu noch Reggae-Musik aus dem Radio und ein Fernsehinterview vom Präsidenten.

Nachdem ich nun die offizielle Anfrage gestellt habe, kommt Jaqueline zu uns. „Hey, ich bin nun eure Erlaubnis!“ Wieder schauen wir uns fragend an. Wir erklären ihr, dass wir irgendeinen Zettel brauchen um uns frei im Krankenhaus zu bewegen. Wir warten verbotenerweise auf der Rasenfläche vor dem Verwaltungsgebäude. Sitzen nicht erlaubt. Plötzlich kommen zwei Herren in Anzügen auf uns zu. Wilson und Francis. Natürlich wissen die beiden über die Tasche bescheid. Als ich Ihnen sage, dass es diese Tasche ist, wendet sich das Gespräch. „Merkt euch diese Namen. Wenn ihr irgendein Problem habt, wenn irgendwas ist, sagt einfach, dass ihr unter unserem Schutz steht!“ Alles klar. Wir klatschen noch ab und dann ziehen Sie weiter. Jaqueline kommt zurück. Mit einem Umschlag. Eine vom Chief-Executive-Manager unterschriebene Fotoerlaubnis. Sie begleitet uns zurück auf unsere Station. Unser Ansehen steigt von Sekunde zu Sekunde im Krankenhaus. Kann manchmal so einfach sein. Dauert hier halt nur etwas länger. Eigentlich ist das keine große Sache. Aber in Kenia ticken eben die Uhren etwas anders. Wir halten noch einen Plausch über weiße und schwarze Menschen. Lernen, dass wir die Musungos sind. Gehen abends mit Straßenkindern essen und wundern uns über die unzähligen Busse, die durch Nairobi fahren. Oder besser gesagt, Sie versuchen zu fahren. Über die Jahre haben die Busfahrer eine Methode entwickelt die Busse vollzukriegen. Kurz anfahren oder im Leerlauf aufs Gas treten. Die Leute sollen denken, dass dieser Bus, obwohl er in Reihe 200 steht, bald los fährt. Lustigerweise klappt das auch. Wie sagt man hier so schön: „This is Africa!“

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