Straßenjunge

18 Jun 2016 / By  / IN Allgemein, Orte, Schwarz und Weiß / gallery

Immer dieses ungläubige Staunen, wenn ich meine Bilder mit der kleinen (rein baulich gesehen) Ricoh durch die Gegend laufe. Reisegepäck für Kanada. „Wie? Du nimmst wirklich nur die kleine Kamera mit?“ Hmm. Ja klar, ein ganzer Haufen Objektive und die Vollformatpower der Canon ist schon geil. Damit kann ich den Bären aus einem Kilometer Entfernung ablichten. Trotzdem staunen wir dann gemeinsam über diese kleine Wunderwaffe aus dem Hause Ricoh. Nur wissen wir ja, dass es nicht immer zwingend an der Kamera liegen muss. Also habe ich mir mal Gedanken gemacht, warum ich mich mit einem mittlerweile für mich komplett selbstverständlichen Thema noch nicht beschäftigt habe. So nach dem Motto: Ein bisschen Rumgeknipse für mich und dann geht es wieder an die Auftragssachen. Schau ich mir aber mein „Street- und Tourenmaterial“ an, dann staune ich, wie sehr sich diese Fotos vom ganzen Rest meiner Arbeit unterscheiden. Düster und kontrastreich. Viele meiner Regeln werden gebrochen. Wenn ich irgendwo allein bin, dann merke ich, wie ich meine Platte auf Null stelle und eine Stadt in Motiven sehe. Scheiß egal, was das für eine Kirche ist, aber der Licht-Schatten-Verlauf in Richtung Straße ist cool. Vielleicht läuft ja noch einer durch die Schnittkante. Oh ein Radfahrer. Gleich nochmal. Kann ich da hoch klettern?

Ganz unbewusst habe ich mir antrainiert auf der Straße in Bildern zu denken und mittlerweile auch in Schwarz-Weiß (ja, auch mal Farbe). Allerdings unbewusst. Und ich merke wie es mich jedesmal extrem reizt, 10 – 15 solcher Fotos zu machen. Irgendwie ist das eine Tür in der ich schon seit langer Zeit drin stehe und noch nicht durchgegangen bin. Man vergisst ja oft, dass man Dinge, die einem alltäglich scheinen und die leicht von der Hand gehen, irgendwo herkommen. Ich habe auch das Gefühl, dass da noch mehr geht. Viel mehr und ich möchte das gern ausbauen und teilen. Das Interessante dabei ist nämlich für mich, wie man Orte, Landschaften und Menschen wahrnimmt. Worauf achtet man. Worauf achte ich, dass es mich dazu verleitet ein Bild zu machen. Alles rein intuitiv.

Da stehe ich also in der Fotografiska in Stockholm und schaue mir die fantastischen Arbeiten von Aapo Huhta an. Streetfotografie. Reduziert, simpel, düster und irgendwie intensiv. Ich sehe viele Paralellen zu meinen Sachen und merke, dass ich diese Form der Fotografie mehr vertiefen will. Einen Ansatz habe ich schon. Leipzig. Irgendwie habe ich schon unzählige Städte in diesem Stil fotografiert aber meine Stadt noch nicht. Das werde ich in den nächsten Wochen ändern. Wir sehen uns also in den Straßen Leipzigs.

 

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