See you soon, London.

09 Jun 2015 / By  / IN Allgemein, Menschen, Orte, Schwarz und Weiß / gallery

“Mind the gap, please!” imitiere ich die Ansage in der U-Bahn. Mein feinstes Oxford English. Mikey steht neben mir und freut sich bei his-self. Die Londoner, die an mir vorbeigehen, freuen sich auch über meinen Einfall. Einer fragt mich sogar, ob ich hier arbeite. Ich sage: “Nein, ich bin professioneller Radioansager!” Die Ironie kommt an. “Cheers Buddy!” Wir grinsen und wünschen uns noch einen schönen Abend. “Mind the…“ rufe ich ihm noch hinterher.

Wir sind durch Bank gelaufen Richtung Norden und wieder irgendwie zurück. Haben Fish & Chips gegessen. Teure Zigaretten gekauft. Pubs im „old-rough-Style“ besucht. Mein britischer Freund muss immer viel mit uns Deutschen aushalten. Da prallen schon interessante Humore und Einstellungen aufeinander. Er musste sogar ein Witzbild mit der Queen machen. Ein bisschen hat er sich geschämt aber da musste er durch. Sie hat es ja nicht gesehen. „Wo wollen wir lang?“ fragt er mich! Ich bin entschlossen: „Mir egal, gefällt mir überall hier!“ Und wie wir so durch das Abendleben laufen, beschleicht mich irgendwie das Gefühl, dass ich schon 1000 Mal hier war. Von Anfang an habe ich mich hier sauwohl gefühlt. Auch der Satteldiebstahl hat da nix geändert. Die Jungs und Mädels in London sind schrill. Sie erfüllen viele Klischees und wirken dabei irgendwie echt. Sie machen ihr eigenes Ding auf der Insel. Mode. Essen. Lifestyle. Sport. Sprache. Davon werde ich mir etwas mit nach Hause nehmen. Manchmal wirken Sie reserviert. Manchmal auch steif. Bis dann der erste schlechte Witz oder Kommentar kommt. Damit habt ihr mich.

Aber ich muss nochmal das Fahrradthema aufgreifen. Ich habe ein wenig gegrübelt, welches Navi mich mit dem Fahrrad durch London führt. Habe mich für „google maps” entschieden. Einfach nach Adresseingabe auf das Radsymbol tippen. Los geht´s. Nachdem ich mich an das anfängliche Abbiegen und Zick-Zack-fahren gewöhnt habe, führt mich das Navi auf den “Cycle Superhighway #3“. Ich fahre vom Osten der Stadt direkt ins Zentrum. Links die Themse. Rechts alte Häuser und diese typischen englischen Reihenhaussiedlungen. Immer mal über kleine Brücken. Durch riesige Hochhausschluchten. Kirchen. Parks. Kanäle. Teilweise menschenleere Straßenzüge, da sich der Trubel oft nur eine Häuserecke entfernt befindet. Ich kann mich kaum erinnern, so entspannt durch eine Metropole gereist zu sein. Das geile Wetter dazu. Insgesamt gibt es wohl 15 Highways. Die abzufahren schreibe ich mal auf meine to-Do-Liste. Auf meiner Reisehighlight-Rangliste ist das jetzt schon ganz weit nach oben geklettert.

Ok London. Ich bin ein bisschen verknallt in dich. In die lauten und leisen Ecken. In die coolen Lichtspots. In die kleinen Stadtteile. In deine (Fahrrad)Highways. In die Parks und Kanäle. Den Linksverkehr und das typisch britische Leben überall. Dennoch wirkst du erwachsen und entwickelst dich weiter. Aber bitte nicht soviele Stellen wie “Canary Wharf.” Das bist nicht du. Gut, dich wird es nicht interessieren, da es wahrscheinlich noch 400 Millionen andere Menschen wie mich gibt. Ich werde aber sehr bald wieder kommen und dich weiter erobern. Wer weiß was aus uns beiden mal wird.

Bis dahin Freunde des gepflegten englischen Lifestyle “Mind the gap, please!”

 

 

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