Jahreswechsel

06 Jan 2018 / By  / IN Allgemein, Orte / gallery

Ein leerer Raum. Durchsichtige Wände und kein Boden unter den Füßen. Ich packe einen Gedanken, eine Erinnerung oder, was mein Kopf so produziert hinein. Diesen Raum betrete ich jedesmal auf meinen Reisen und gebe dem Ganzen die nötige Zeit. Eigentlich mach ich das auch mit jedem Jahreswechsel. Dazu habe ich in meinen Texten gekramt und leider festgestellt, wie wütend ich in den letzten Jahren war. Hmm. Irgendwie ist das immer kein guter Start in ein neues Kapitel. Man muss ja fairerweise auch sagen, dass 2017 ein äußerst interessanter Abschnitt war. Hutmann, da musst du mal einen anderen Weg einschlagen. Nicht immer meckern. Man verliert dann immer ein bisschen den Fokus.

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Die Rolltreppe, auf der ich hier in Hong Kong stehe und über mein Jahr nachdenke, schlängelt sich durch den Stadtteil Soho. Man kann von hier aus herrlich in die Straßen und das typisch asiatische Gewusel reinschauen. Ich stelle mir vor, dass jede Straßenecke ein kleines Kapitel, eine Geschichte ist. Dann passiert das Gleiche, was immer passiert. Einfach von allem zu viel und zu schnell. Es wird dann breiig und ich muss mich konzentrieren nichts durcheinander zu bringen. Vielleicht muss man das Fortbewegungsmittel wechseln oder die Art und Weise die Dinge zu sehen. Ich bin viel zu ungeduldig, um alles nacheinander anzureihen. Diese Ungeduld. Es muss alles sofort und gleich passieren. Setzt man alle Bausteine aus 2017 direkt nebeneinander, dann wirkt es extrem überladen… aber das war es irgendwie doch nicht. Ich finde sogar rückblickend, dass es etwas ruhiger als zuvor war. Nur habe ich das Gefühl, dass immer mehr auf mich einströmt. Ich habe mittlerweile 4 Instagram-Accounts, 2 Twitter-Accounts, 2 Blogs, 2 Webseiten und noch ein kleines, geheimes Online-Ding. Vor 2 Jahren habe ich überlegt, ob das überhaupt sinnvoll ist. Ich war ja schon mit Facebook bedient. Alles über einen Kanal und heute rede ich von spitzen Zielgruppen und sonst was für Zeug. Hmm. Dieser Spagat zwischen Realität und Instaworld. Auf Instagram sieht alles so perfekt aus. Nur weiß keiner, dass ich hier auf dieser Rolltreppe mit meinem dickgefutterten Bauch und 2 Kameras um den Hals durch die Gegend laufe. Hab einen Metroplan in der Arschtasche und den Reiseführer in meinem 15 Euro Seesack aus Thailand. Aber will man das sehen? Oder eher die Ergebnisse? Geht es um mich oder um das Ergebnis? Ich entscheide mich für das Ergebnis. Mit dieser Überlegung im Kopf rutsche ich weiter die Rolltreppe entlang. Die Hektik entsteht ja dabei die Bewegung festzuhalten. Fokussiert man sich aber auf, keine Ahnung, den kleinen Kiosk an der Ecke, wo die Verkäuferin eher damit beschäftigt sind ihre eigenen Zeitungen zu lesen als zu verkaufen. Oder die Fischverkäufer, die mehr damit zu tun haben, den aus der Schale hüpfenden Fisch wieder aufzuheben. Dann wird das Tempo etwas gedrosselt und die Dinge sind so im Fluss. Man lässt sich treiben und kann ganz anders genießen! Vielleicht betrachte ich so mal mein Jahr 2017. Irgendwie kontrovers, dass ausgerechnet diese unfassbare laute Riesenstadt zu solchen Gedanken führt. Sei es drum. Hat geholfen. Fokus da. Meckern beiseite geschoben.

Hallo 2018!

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