Love that Camera

20 Feb 2017 / By  / IN Allgemein, Menschen / gallery

Im Vorfeld des Projektes und der Afrikareise hat es sich ergeben, dass mich das Fotohaus Klinger technisch unterstützen möchte, da das Fotohaus schon einige solcher Sponsorings ermöglicht hat. Wie wir so über mögliche Objektive für meine Canon philosophieren, fällt auf einmal der Satz: „Schon einmal darüber nachgedacht mal ein anderes System zu testen?“. Ich habe noch die tollen Canon-Linsen im Kopf und wir verabschieden uns. „Ich meld mich!“, sage ich.

Die Entscheidung ist schon gefallen bevor ich darüber nachgedacht habe. Die Canon bleibt Zuhause. Einen Tag vor der Abreise gehe ich ins Fotohaus Klinger und bekomme eine Fujifilm X-Pro 2 in die Hand gedrückt. Dazu ein Fujinon XF10-24mm und ein Fujinon XF50-140mm. Ich hebe die Tasche an und da gibt es schon den ersten Pluspunkt. Ich liebe die Kamera jetzt schon, obwohl ich es noch nicht zugeben möchte. Sie ist leicht. Herrlich leicht. Da huscht mir doch jetzt schon ein kleines Grinsen übers Gesicht.
 
Ok Robert, mal kurz besinnen. Was haben wir: APS-C Sensor mit 24,3 Mio. Pixel, Hybrid-Sucher, 8 Bilder/Sekunde, Full-HD Video Zeug, zwei SD-Kartenslots, WLAN, Geotagging und Schnittstelle zum Handy etc…Aber ich bin eher so der praktische Typ. Die Funktionen, die ich brauche, lerne ich beim Fotografieren kennen. Als erstes beeindruckt mich aber das Design der Kamera. Sieht sehr schick aus das Schätzchen aus Japan. Die wichtigsten Einstellungen kann man über Daumen und Zeigefinger beim Fotografieren vornehmen. Das geht relativ schnell und sehr intuitiv. Ich mag das Rädchen für die Belichtungskorrektur und lasse die Kamera bei fester Blende die Verschlusszeit berechnen. Etwas hakeliger geht es bei der ISO-Einstellung zu. Da muss man dann schon die Kamera kurz vom Auge absetzen. Rädchen hochschieben und drehen. Lässt sich nur mit einem Finger schlecht machen. Nun ist der Mensch aber ein Gewohnheitstier und siehe da, man gewöhnt sich schnell daran und kann mit etwas Geschick oder einer einfachen Vorüberlegung seinen ISO-Wert einstellen. Zur Not gibt es auch eine Automatik für die ISO. Weiter im Text. Dank des sehr guten Bildstabilisators der XF Linsen, trotzt man schnell schwierigen Lichtverhältnissen. Wenn ich mir das hier in dem Krankenhaus so ansehe, dann wird das ein heißer Flirt. Ich probiere ein bisschen rum. Schalte mich ein bisschen durch die Menüs (sehr übersichtlich und selbsterklärend – nichts anderes sollte ein Menü können) und gebe der Kamera mal die Chance mir zu zeigen, was sie kann. Man neigt ja oft dazu, Dinge so einzustellen, dass sie genau das machen, was man gewohnt ist und kennt. Nein, diesmal nicht. Die Fuji zwinkert mir zu und ich glaube, das sich das Vertrauen auszahlen wird. Hier fällt mir noch etwas auf. Man kann mit der Kamera etwas unauffälliger agieren. Sie ist kompakter und sehr sehr leise. Gut, den „Schleich“-Modus kannst du mittlerweile bei so ziemlich allen Kameras einstellen aber die Fuji verhält sich von Haus sehr elegant und still. Schreit förmlich nach Streetphotography oder sogar Hochzeiten?!?!
 
Ich bin sehr gespannt, wenn die ersten Rohdaten auf meiner Festplatte landen. Ups. Da gibt es das erste kleine Problem. Die RAF-Dateien sind leider mit meiner Lightroom Version nicht kompatibel. Adobe hat aber bereits Updates rausgebracht, die solche Formate unterstützen. Ärgerlich für mich, da ich nicht über die nötigen Internetkapazitäten verfüge, um mein Lightroom hier in Nairobi upzudaten. Ok. Also mach ich mir die Mühe und konvertiere in DNG-Dateien. Dann kann ich wenigstens mal einen Blick darauf werfen. Das Erste, was mir sofort ins Auge hüpft ist die Schärfe und Klarheit der Fotos. Auch bei 1250 ISO. Höher bin ich am ersten Tag noch nicht gegangen. Brauchte ich auch nicht, da man durch den Bildstabilisator ein bisschen Reserven übrig hat. Hmm…ich mag die Bilder. Ich bin zwar nicht so der extreme Schärfefan, weil mir dadurch manchmal die Seele des Bildes verloren geht. Aber das hier wirkt sehr harmonisch und fein, ohne überschärft zu wirken. Das mag ich. Da ich improvisieren musste, lasse ich mir die Bilder als Negativ und als JPG ausgeben. Die Out-of-Cam Ergebnisse überzeugen mich. Dynamikumfang, Schärfe und Farbmanagement sind über jeden meiner Zweifel erhaben. Die Fuji liefert ab. In jeder Hinsicht und Situation. Einen entscheidenden Haken hat sie allerdings: Die Akkulaufzeiten. Laut Hersteller liegt sie bei 250 bis 300 Auslösungen pro Akkuladung. Leute, das ist zu wenig. Da müsst ihr noch einen drauf packen. Klar kann man das mit einer Handvoll Akkus lösen, ist aber nicht ganz optimal gemacht und hat mich zweimal wirklich sehr geärgert. Gewöhnt man sich sicherlich dran aber für Dauereinsätze über 12 Stunden brauchst du schon 4 bis 5 Akkus.
 
Sei es drum. Ich habe mich damit arrangiert.
 
Fassen wir mal zusammen. Wenn man das Akkuproblem gut durch den Tag organisiert, hat man eine sehr spektakuläre Kamera in der Hand. Der sehr schnelle und direkte Autofokus macht es einem wirklich einfach sich auf das Knipsen zu konzentrieren. Auch das Verschieben der AF-Fokusfelder mittels handlichen Joystick ist sehr einfach und genau. Da hat sich Fuji in Sachen Handling echt was einfallen lassen. Respekt. Die Einstellungen gehen mir nach ein paar Tagen so schnell von der Hand, dass ich teilweise völlig intuitiv mit der Kamera arbeite. Als ich hätte ich nie eine andere gehabt. Es macht schlichtweg Spaß die X-Pro 2 ans Limit zu bringen und mit ihr jeder Situation Herr zu werden. Ich habe mich auch mal von den 8 Bildern/sek überzeugt. Gut, das ist sicherlich in Sachen Sport und Hochgeschwindigkeitsfotografie eher dürftig. Muss aber auch nicht mehr sein. Bisschen Timing und Gespür für die Situation und du erwischst den Moment mit den 8 Bildern. Mit Sicherheit ist die X-Pro2 nicht mit dem Ziel geboren, den Markt der Sportkameras zu übernehmen. Zurück zu meinem Verwendungszweck. In Kombination mit den beiden Objektiven, die nebenbei gesagt in Sachen Zeichnung, Schärfe, Bokeh und Handling sauber abliefern, ist die Fuji der perfekte Begleiter für diese Reportage gewesen. Gut das 10 – 24er ist etwas Lichtschwach und zeigt sein wahres Können nur bei viel Licht. Aber davon hat man mit der afrikanischen Sonne genügend. 
 
Aber eigentlich kann die Kamera etwas ganz Entscheidendes. Sie entfacht dieses Haben-will-Gen, diese Sucht, Motive zu finden, Portraits zu machen, Lichtsituationen zu suchen und zu schauen was man mit der Kamera heraus holen kann. Jede Situation. Immer und immer wieder. Und sexy ist sie auch noch. Wie oft habe ich sie mir einfach nur kurz angeschaut. Das zeitlose, retroschicke Design in Kombination mit einer robusten Gehäuseverarbeitung macht einfach Bock auf Fotografieren. Für mich der X-Faktor. Im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt schwärm ich wieder richtig. Die X-Pro 2 ist für meine Art der Fotografie nicht nur ein sehr gelungenes und sinnvolles Handwerkzeug, sondern auch eine Kamera, die endlich wieder eine Seele hat.
Jetzt ist Sie schon ein paar Tage weg und ich vermisse dieses Schmuckstück…Keine Sorge Baby wir sehen uns bald wieder…
 

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