Die lange Nacht

19 Jun 2017 / By  / IN Allgemein, Menschen, Orte / gallery

Es fühlt sich so an, als ob man im Cabrio sitzt und durch schnelle, schöne Kurven fährt. Aus dem Radio pfeifen die spitzen Zungen von „Fest & Flauschig“ ihr Liedchen. Rechts auf dem Sitz liegt die Canon und die Ricoh bereit. Gut, dass Cabrio habe ich nicht – aber die Fenster sind offen und ich genieße das Tempo zwischen den Tiroler Bergen. Eine schöne Hochzeit war das. Hoch oben auf der Alm. Tolle Leute und eine Aussicht, die mich stündlich genötigt hat ein Foto zu machen. Bis zum Abend. Der Mond sah aus wie bestellt. Kitschig. Aber schön. Hätte ich lange Haare, würden sie jetzt durch den Skoda wehen und mein Grinsen würde auf einem Blitzerfoto cool rüberkommen.

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Als ich vor ein paar Jahren nach Leipzig kam, war ich zwar in meiner Traumstadt angekommen, hatte aber keine richtige Vision, was mit mir hier passieren soll. Rückwirkend betrachtet ist alles so wie es sein sollte. Es ist ein fantastisches Gefühl sich selbst zu verwirklichen. Egal, was man macht. Es muss sich gut anfühlen. Dran bleiben und manchmal auch schwierige Entscheidungen treffen. Vielleicht auch mal einen guten Rat ignorieren und seine Birne durchsetzen. „Na biste über dein Ego gestolpert?“, wurde ich die letzten Tage mal gefragt. Vielleicht ja. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht hat mich dieser Niederschlag-Aufsteh-Wille dahin gebracht, wo ich immer sein wollte. Im Hier und Jetzt. Die letzten 2 Monate haben mir gezeigt, dass man auch mal die Früchte seiner Arbeit ernten und es genießen muss. Nichts ist zufällig passiert. Manches ist das Ergebnis von langen Nächten, schwierigen Gesprächen, Entbehrungen, Verzicht und Sehnsucht. „Und machste jetzt nur noch solche Destination-Weddings?“, lautet eine andere Frage. Woher soll ich das wissen? Es gibt so tolle Leute und Fotografen, die seit Jahren darauf hinarbeiten, nur solche Dinge zu machen. Wenn es sich richtig anfühlt, dann immer her damit. Sicherlich ist das eine Träumerei. Aber genau dieses Geträume hat mir meine kleine Bergtour hier eingebracht. Was scheint mir heute die Sonne aus dem Arsch. Verdammt nochmal. Wer weiß, wie das morgen ist. Vielleicht der nächste  Niederschlag. Aber heute nicht. Heute genieße ich. Genau jetzt.

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