Die dunkle Seite

05 Jun 2015 / By  / IN Allgemein, Orte, Schwarz und Weiß / gallery

Manchmal ist es eben auch verrückt. Als ich den letzten Blogeintrag fertig gemacht habe und so gemütlich in Shoreditch vor dem Hoxton Pastry Union Café sitze, denke ich mir, wie schön es doch in London ist. Ich mache ein paar Streetaufnahmen und beobachte so das hippe London. Sonne im Gesicht. Chillmodus an. Mehr braucht der Mensch manchmal nicht. Mit Blick auf die Uhr, stelle ich fest, dass ich mich langsam mal auf den Rückweg machen sollte. Ich gehe kurz rein zum bezahlen. Als ich wieder rauskomme schaue ich mein mega-monster-vintage-Fahrrad an. Ich grinse und freu mich auf die Fahrt. Als ich am Rad stehe, wird aus meinem Grinsen ein “was-ist-denn-das-für-eine-Scheiße-Gesicht!!!”

Sattel geklaut.

Aber meistens kommen die Dinge ja irgendwie immer anders zusammen. Nachdem mein Ärger verflogen ist und ich 11km im Stehen (!) durch London gefahren bin (an dieser Stelle: Danke du Arsch), beschließe ich in meiner Unterkunft, dass ich mir noch hier in London einen neuen Sattel besorge. Da ich Einen von Brooks drauf hatte, möchte ich natürlich wieder Einen von der Sorte. Im Netz ploppt der B1866 – Brooks Store London auf. In Covent Garden. Die Seite verrät nicht so viel und das ist manchmal ein gutes Zeichen. Am nächsten Tag mache ich mich auf  den Weg in diese Ecke. Und am Ende muss ich dem Kollegen für den Diebstahl “Danke” sagen. Der Laden ist megacool. Es riecht nach Leder. Steinwände. Holzboden und ein Hauch von 1866 weht durch den Laden. Die Jungs hier drin sind auch super entspannt und witzig. Als ich meine Diebstahl-Geschichte erzähle und mein Fahrrad im Laden parken darf, ist der Ärger über den alten Sattel verflogen. Klar kaufe ich mir hier einen Neuen. Eine Klingel gibt es noch oben drauf. Ich mache ein paar Bilder und schau mir die preisgekrönten Designerräder an. Danke Jungs, das war ein absolutes Highlight. Auf dem Rückweg laufe ich noch an “Christy Crown Hats” vorbei. Hier hab ich vor ein paar Jahren meinen ersten Hut bestellt. Jetzt stehe ich vor der Geburtstätte des Hutmanns. Eines Tages werden abertausende Follower dorthin Pilgern…Äh. Egal. Da muss ich rein. Die Frage ist, ob das ohne Sattelklau genauso gelaufen wäre. Aber ich merke wie London wieder auf eine sehr positive Seite für mich kippt. Stylisch und immer wieder dieses Vintage. Das “Vintage” werde ich demnächst mal etwas genauer beleuchten.

Am Abend geht es nochmal in die Innenstadt. Hier wird es sehr touristisch und erinnert stark an den Times Square in New York. In einer Seitenstraße aber wird es dann wieder entspannter. Wir sind an der New Bond Street / Ecke Dering Street. Hier teilen sich zwei Kneipen die Straße. Alle stehen draußen, trinken ein Bier und sind genießen den Feierabend. Dann kommt aber eine in rosa-gelb-gekleidete Dame angelaufen: “You want some Jägermeister” Sie hält uns die Flasche hin. Ich lehne ab und schüttel innerlich mit dem Kopf. Da ist es wieder. Irgendwas zwischen superstylisch und trashig. Helle Seite und dunkle Seite. London ist eben auch very british.

 

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