Der wilde Mai

02 Jun 2017 / By  / IN Allgemein / gallery

Irgendwie ist der Mai immer dieser Monat, der gefühlt nur einen Tag hat. Und an diesem einen Tag passiert alles, was nur passieren kann. Ich mag das sehr. Aber fangen wir von vorn an. Nach einer kurzen Nacht stehen wir auf. Als Erstes ein Bandshooting. Spontan reingeflattert. „Robert mach einfach dein Ding! Wir brauchen ein paar Fotos von uns…“. Das schaffe ich vor dem Frühstück. Direkt nach dem Shooting gibt es einen Kaffee und ein Croissant. Nebenbei klappe ich den Rechner auf. Telefon klingelt wieder. Muss warten. Schnell zwei Sachen weiterleiten und eine Frage beantworten. Nach dem kurzen Frühstück geht es auf eine Veranstaltung. Zack. Rede fotografieren. Stimmungsbilder machen. Zack. Ich sitze wieder im Auto. Mein Telefon hat nur noch 30 % Akku. Ich bin doch aber erst 4 Stunden wach. Nützt nichts. Der Flieger geht in zwei Stunden. Auf nach Ibiza. Vorher noch die Technik zum Testen abholen. Twitter checken. Facebook-Beitrag vorbereiten. Instagram-Upload ist gerade durch. Mails passen. Kanada wird gleich aufstehen und meine Nachrichten lesen. Wir telefonieren dann später. Im Flieger einen Plan machen. Hochzeit auf Ibiza. 5 Stunden lang. Vom Hippiestyle auf die Yacht. Vom abgelegenen Strand in den High-Class-Beach-Club. Von großer Träumerei zu kleinen emotionalen Gesprächen. Momente, an denen man einsam ist und dann wieder packt einen der Strudel. Wieder voll im Modus. Zack. Es ist 6 Uhr morgens. Ich sitze im Taxi. Gehe alles durch. Der Flieger geht zurück. Ich sitze im Zug. Höre Musik. Die Bilder gefallen mir sehr. In drei Stunden der erste, nächste Termin. Frühstück fällt aus. Dafür gibt es Mittag. Durchschnaufen. Noch drei Stunden bis zum nächsten Punkt. Dann ist der Monat Mai rum. Es waren nur ein paar Stunden. Ganz wenige Stunden sind übrig geblieben. Oder waren es Tage? Viel muss entschieden werden. Druc,  den man sich auflastet und der sich dann entlädt. Manchmal ist dann die Enttäuschung groß. Macht man aus vergangenen Tagen Stunden und aus Stunden dann Minuten. Dann bleiben meist nur Bruchteile übrig. Es wird soviel erwartet. Man liefert Enttäuschungen ab. Ist manchmal da und manchmal nicht ganz bei der Sache. Besser man hat ein Netz zum auffangen. Sich selbst und das was man mitzieht. Man fühlt sich schuldig. Ist es aber nicht. Ruf ich nicht an. Ruft keiner an. Wie händelt man das? Glücklicherweise beginnt morgen der nächste Tag. Der Tag Juni. Oder wird es ein ganzer Monat. Wie macht man das am besten? Gibt man die Minuten frei? Priorisiert man lieber doch selbst? Ich bin zu vergesslich, um all den Erwartungen dann auch gerecht zu werden. Liegen gebliebenes werde ich aufgreifen. Manches muss ich aber auch hinnehmen. Nimm du ihn, ich hab ihn sicher. Sagt man manchmal im Sport. Erst jeder für sich und dann für die Anderen? Hmm. Weiß nicht.

Ich mag solche Tage. Und dann durfte ich eine Weisheit auf einem 27 Meter-Boot hören. Von einem sehr reichen Mann: „No more bad days!“ Sein Grinsen solltet ihr sehen.

Die Jobs im Mai sind damit erledigt. Ich durfte Teil einer unglaublichen Hochzeit sein. Habe zwei Bands fotografiert. Etwas, dass ich schon lange machen wollte. Ich war ein zweites Mal in Barcelona. In Wien. Habe ein fantastische Theaterstück gesehen. Habe ganz tolle Leute getroffen. Die Beatsteaks machen wieder geilen Scheiß.

Und…Ich bin dabei etwas umzusetzen, was ich schon seit langer Zeit machen wollte. Ich bin mein eigener Boss. Meine Tage verschwimmen zwischen diesen Stunden. Will ich ein anderes Leben? Nein! Entschleunigen? Nein.

Ich hatte eine sehr interessante Unterhaltung auf Twitter mit o2 Deutschland. Man kann mich wohl wieder zu 100 Prozent erreichen! Aber das ist nur eine Randbemerkung. Jetzt klappe ich den Rechner zu. Es ist 23.19 Uhr. Gleich werde ich abgeholt und dann geht es nach Hause. Morgen fangen wir dann wieder von vorn an…

 

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