Begegnungen im Sommer

16 Sep 2016 / By  / IN Allgemein, Menschen / gallery

“Das ist ein Trapezgewinde. Haben Sie dafür eine Mutter? Wissen Sie, das ist nämlich total schwer sowas zu finden.” Ich muss mir erstmal kurz die Augen reiben und bleibe seriös. Ich erspare mir auf die hier hängenden Fotos und den ausgestellten Schmuck hinzuweisen und antworte einfach: “Nein, haben wir nicht da!” Und das, obwohl unterschwellig seit einer Weile über ein Thema grübele, zu dem ich keinen Zugang habe. Heute habe ich mir fest vorgenommen mal ein bisschen zu recherchieren und mich darauf zu konzentrieren. Dann kam der Schraubenmann und ich vorbei war es mit der Konzentration. Egal. Ich versuche es mal über den Weg, der mir in den letzten Jahren oft viel gebracht hat. Dieser Blog hier.
Ich unterschätze immer wie viel er mir bedeutet und wie oft ich mir die Beiträge anschaue und mich freue, dass es dieses Ding hier gibt. Es gibt dann so Tage, da schaue ich mir dieses leere Textfeld in der WordPress-Oberfläche an und fange an zu schreiben. Dann lösche ich alles wieder, klappe den Laptop zu und mache etwas anderes. Oft dauert es eine Weile bis ich mich wieder vor dieses Textfeld setze.

So und nun sitze ich wieder hier und habe zwei Probleme. Wobei sich das Erste etwas löst, denn ich habe die oberen Zeilen noch nicht gelöscht. Nun aber zum zweiten Teil. Ich versuche seit ein paar Wochen zu diesem bestimmten Thema Zugang zu finden. Leben. Tod. Auferstehung. Alles was mir schnöde und spontan dazu einfällt, ist irgendwie Käse und banal. Und was passiert, wenn mir plötzlich irgendwas einfällt? Wie setze ich es dann fotografisch um? Wie ich so darüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich zur Zeit extrem Dienst nach Plan mache. Buch hier. Strecke fertig machen da. Büro. Termine takten. Posten. Instagramen. Bloggen. We ride Leipzig. Ich vermute ein bisschen, dass diese kleine kreative Blockade daher kommt. Da ist wenig Platz für rumspinnen und Ideen entwickeln. Schlimm ist es ja nicht, dass man zu tun hat. Aufträge sind ja letztlich das sogenannte “täglich Brot”. Trotzdem muss wieder Inspiration in den Kopf. Vielleicht hilft der bevorstehende Wetterumschwung? Wohl kaum.

Am Ende bin ich aber auch etwas zu streng mit mir. Denn mir sind im Sommer sehr spannende Leute über den Weg gelaufen. Das ist eine der schönsten Seiten der Hochzeitsfotografie. Du lernst jedes Wochenende 60 bis 100 neue Leute kennen. Jason aus Sri Lanka. Ein Leicamann. Menschen aus sächsischen Ministerien. Lehrer. Rentner. Marketingleute. Jetsetter. Pfarrer. Musiker. Barister. Doktoren. Eltern. Omis. Geschwister. Journalisten und Pädagogen. Um mal nur eine kleine Auswahl zu nennen. Das sieht man meistens erst mit etwas Abstand und weiß es dann eigentlich erst zu schätzen. Ich weiß es mittlerweile sehr zu schätzen. Möglicherweise liegt da im Moment auch der Schlüssel für dieses kleine Dilemma hier.

Und schon gehts wieder besser. Danke, lieber Blog, für deine Zeit. Wir sitzen schließlich schon wieder 3 Stunden zusammen. Wenn du einen Kopf hättest und kein Display, dann würdest dein Haupt regelmäßig schütteln und dir denken: “Alter, komm aus der Knete und lade den Blogpost hoch.” Vielleicht würde mich das dann aber unter Druck setzen und schon wird es wieder komplizi…jaaaa ist ja gut. Lassen wir das.

2

Related Post
keine Kommentare
I just do it
I just do it
King of Kibera
King of Kibera
Siku ya muisho
Siku ya muisho
Karibu
Karibu
Ninakupenda Kenya
Ninakupenda Kenya
Klinger
Reisedepeschen
We ride Leipzig
11 Freunde Shop