Bangkok.

14 Feb 2015 / By  / IN Orte / gallery

Schon beim Anflug merkst du eigentlich wie gewaltig groß dieses „Moloch“ ist. Aber ich habe im Laufe der Zeit eine gute Einstellung zum Thema Größe gefunden. Ich reduziere die Stadt oder das Land auf den für mich greifbaren Umfang. Ich sage mir dann immer: “Ich schaffe eh nicht Alles! Also versuche ich es auch garnicht erst!” Manchmal lasse ich mich auch einfach irgendwo hinbringen und schaue mal was mich da so erwartet. Dadurch lässt man immer ein wenig Spielraum für Unerwartetes. Ich liebe das. Wenn du aber trotzdem viel sehen willst, dann lässt sich das in Bangkok auch gut umsetzen. Schnell fährt man von A nach B. Taxi, Zug, Bus oder eben Tuk Tuk. Nebenbei gesagt auch die coolste Variante sich in Bangkok zu bewegen. Der Reiseführer gibt auf gefühlten 100 Seiten an, was man in Thailands Haupstadt machen kann. Keine Ahnung. Also wende ich mein Prinzip an. Ich tippe auf die Karte und frage meine Sarah: “Einverstanden?” Mit dem Tuk Tuk zum Gold Mountain. Von dort geht es eine riesige Straße Richtung Westen. Wir laufen ein ganzes Stück und haben das erste Mal einen Eindruck vom Alltag hier. Bushaltestellen. Straßenimbisse. Wartende, redende, grinsende, essende Thais. Ab und zu kehrt einer die Straße und gleich daneben donnern 4.000 Autos die Sekunde durch. Vor lauter Beobachten vergessen wir in die Khaosan Road abzubiegen. Die weltberühmte Straße. Da ist der Leo DiCaprio schon durchgeschlendert. Zwischendurch werden wir noch von einem Professor angesprochen. Er redet ganz freundlich mit uns und macht, je länger wir mit ihm reden, nicht den Eindruck eines universitären Gelehrten. Zur Touri-Info sollen wir gehen. Da hilft man uns. Hmm. Nein ich helfe mir eigentlich immer selbst. Obwohl ich uns gerade 200m in eine andere Richtung navigiert habe! Nachdem wir die breiteste Straße aller Zeiten lebend überquert haben, geht es links in die berühmte Backpackermeile. Ja, wir gehören da nämlich dazu. Frösche. Skorpione. T-Shirts. Hosen. Sonnenbrillen. Schlangen. Hängematten. Am besten noch einen Sherpa der deinen Rucksack trägt. Wahnsinn was man hier kaufen kann. Das gleicht hier eher einer Shoppingmeile und hat wohl längst den Zauber früherer Zeiten verloren. Na egal. Leo war hier und es ist weltbekannt. Wenn man dann aber genau hinschaut, dann erkennt man den Charme, die Ursprünglichkeit dieser Straße. Hippies, Freaks, Hostels, Aussteiger, Touris und Backpacker. Das Beste was man hier machen kann? An die Seite setzen und den Leute beim Leben zuschauen. Dieses Erlebnis kann man mit einem Singha und einem überteuerten Pad Thai sogar noch upgraden. Wir haben es am Ende sogar zweimal gemacht. Peoplewatching auf der Khaosan Road. Absolute Empfehlung.

Ein bisschen Kultur muss aber auch noch sein. Man sagt ja: „Hast du einen Tempel gesehen, hast du Alle gesehen!“ Keine Ahnung ob das stimmt aber wenn ich so in mich rein horche, dann reicht mir Einer. Der Wat Poh wird es sein. Der liegende Buddha. Der ist so riesig, dass man ihn nicht gleich erkennt, wenn man davor steht. Etwas am Rand des Tempels sitzen wir und hören einem Guide zu. Der erklärt im schlechtesten Englisch irgendwelchen Touris irgendwelches Zeug. Das zuhörende Paar steht nur verdutzt da und der Thai (wir sind ja im Land des Lächelns) überspielt die Situation mit dem aufgesetztesten Lachen aller Zeiten. Das wiederum ist so geil, dass wir uns alle gegenseitig mit Lachen anstecken. Außer das Paar. Die stehen wohl immernoch da und verstehen die Welt nicht mehr. Kurz vor dem Ausgang bemerke ich noch einen Kamera-Menschen-Auflauf. Der Thailändische Tourismusminister. Keine Ahnung welcher von denen aber ich pirsche mich mal ran. Durch mein Weitwinkel merke ich aber nicht, wie nah ich plötzlich dran bin. Ich stehe quasi direkt hinter dem Herrn Minister und alle TV-Kameras halten drauf. War eh mein Traum. Hutmann im Thai-TV. Träume soll man sich ja erfüllen.

Nächster Teil: Rotlicht, Tageslicht und Chiang Mai.

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